Sikhi

Die Glaube der Sikhs


Die 3 Grundprinzipien der Sikhi

Satguru Nanak Dev, der Gründer des Sikh Glaubens, lehrte drei fundamentale Grundlagen:

  • KIRAT KARO - Arbeite hart und aufrichtig für deinen Lebensunterhalt.
  • NAAM JAPO/NAAM SIMRAN - Erinnere Dich bei allem, was Du tust an Gott. Ein Sikh soll seinen Geist auf die göttliche Substanz, auf die Existenz und Realitität Gottes (Naam) richten. Dies geschieht in Form von Naam Japo (Rezitation/Chanten) und Naam Simran (Meditation) auf die Identität Gottes mit dem Gurmantra Waheguru. Waheguru ist die Terminologie für Gott in der Sikhi und das Gurmantra.
  • WAND CHAKKO - Teile das, was du hast, mit anderen und den weniger Begünstigten in der Gesellschaft.

  • Was ist Sikhi ?

    Sikhi ist ein universeller Lebensweg zur Vereinigung mit Gott, der von Satguru Nanak Dev gelehrt wurde. Satguru Nanak Dev erschien im Monat Katak (Okt./Nov) 1469 in Talwandi heute als Sri Nankana Sahib in Pakistan bekannt. Satguru Nanak Dev bot der Menschheit diesen Weg an, um das Leben durch Gyan - Wissen über Gott und seine Naturgesetze zu verstehen und die Vereinigung mit den universellen Schöpfergott durch das Praktizieren von Naam Simran - (Waheguru Naam Meditation) und Seva (selbstlosen Dienst) zu erreichen sei.

    WAHEGURU ist die Terminologie für Gott und bedeutet wunderbarer Erleuchter und Schöpfer, jenseits aller Erklärungen, der die Dunkelheit von Ignoranz und Unwissenheit zerstört und das Licht von Wissen und Erkenntnis schenkt.

    NAAM beschreibt das dynamische, kreative Prinzip, die Grundlage göttlicher Substanz, die Realität und Existenz Gottes. Naam wird ebenfalls im Siri Guru Granth Sahib und den Sikh Gebeten als der Eine Name des Herrn beschrieben.

    Naam Simran im Willen Gottes zu praktizieren, beschreibt Satguru Nanak Dev im Sri Japji Sahib in Pauri 25 "Band Khalasi Bhane Hoe". Das göttliche Licht von Akaal Purakh/Waheguru hat sich in Form von Satguru Nanak Dev auf Erden manifestiert. Dieses Eine göttliche Licht (Divine Light/Spirit) wurde auf alle Sikh Gurus und den Siri Guru Granth Sahib übertragen. Die Offenbarungen und Weisheiten des Siri Guru Granth Sahib sind universell, ewig-gültig, offen, zugängig und eine Inspiration für jeden Menschen. Für Sikhs stellt der Siri Guru Granth Sahib die höchste religiöse, spirituelle Führung dar. Die Sikhi hat sich zur fünftgrössten Weltreligion entwickelt.

    Die zehn Sikh Gurus


    Satguru Nanak Dev (1469-1539)
    Guru Angad Dev (1504-1552)
    Guru Amar Das (1469-1574)
    Guru Ram Das (1534-1581)
    Guru Arjan Dev (1563-1605)
    Guru Hargobind (1596-1638)
    Guru Har Rai (1630-1661)
    Guru Harkrishan (1656-1664)
    Guru Tegh Bahadur (1621-1675)
    Guru Gobind Singh (1666-1708)


    Diese Daten entstammen den alten, traditionellen Sikh Quellen, wie Sri Gur Pratap Suraj Granth, Damdami Taksal. Die SGPC hat in den 1990er Jahren neue Daten zu den Sikh Gurus berechnen lassen und die neuen Daten veröffentlicht.


    These dates are in accordance with the old, traditional historical Sikh sources like Sri Gur Pratap Suraj Granth, Damdami Taksal etc. SGPC has published in the late 1990 new dates to the Sikh Gurus, some agree with them, others don't.

    Kernaussagen der Sikhi

  • Die Sikhs glauben an Einen universellen Schöpfergott - Ik Oankar (monotheistischer Glaube).
  • Die Sikhi lehrt, daß Menschen unterschiedlicher Herkunft, Religion und Geschlecht vor den Augen Gottes alle gleich sind. Sie alle sind die Manifestation des Einen transzendentalen Schöpfergottes.
  • Frauen und Männer sind laut der Sikhi gleichberechtigt.
  • Sikhs respektieren alle Glaubensgemeinschaften und Religionen.
  • Der Sikh Glaube lehrt das Recht auf Selbstbestimmung und Glaubensfreiheit. Alle Menschen haben das Potenzial Gott selbst zu erfahren und ihren eigenen gewählten Weg zu Gott zu verfolgen, ohne dabei andere zu verletzen, zu verurteilen, zu unterdrücken oder unter Zwang zu konvertieren.
  • Die Sikhi betont die tägliche Hingabe an die Verinnerlichung Gottes. Ein Sikh sollte bei allem was er/sie tut, sich stets an den wundervollen Schöpfer in Form von Naam Japo/Naam Simran (Rezitation und Meditation auf die Identität Gottes/Waheguru) erinnern.
  • Ein Sikh sollte moralisch-ethische Verantwortung und Rechtschaffenheit präsentieren und ein wahrheitsgemässes Leben führen.
  • Die Sikhi lehrt den Dienst an der Gemeinschaft (Seva). Die primäre Aufgabe im Leben eines Sikhs sollte es sein, den Notleidenden und Schwachen zu helfen. Sikhs sind dazu angeleitet, der Schöpfung Gottes bestmöglich zu dienen - der eigenen Gemeinde als auch der globalen Gesellschaft.
  • Der Sikh Glaube lehnt den Polytheismus, Götter- und Planetenanbetung, Fasten, leere Rituale, Aberglauben und das Kastensystem ab.
  • Das Wort Sikh bedeutet im Punjabi "Schüler". Sikhs sind die Schüler Gurus/Gottes, die den Schriften und Lehren der zehn Sikh Gurus folgen und den Siri Guru Granth Sahib als ihren höchsten spirituellen Ewigen Guru anerkennen.
  • Die Sikhi lehnt den Konsum von Alkohol, Tabak und Drogen ab. Die grosse Mehrheit der Sikhs sind Vegetarier. Getaufte Sikhs (Amritdharis), die dem Khalsa Panth angehören, ernähren sich lakto vegetarisch.

  • Die Entstehung der Sikhi

    Die Sikhi hat sich zum fünftgrößten Glauben der Welt entwickelt, mit derzeit über 27 Mio. Anhängern. Sikhi ist ein monotheistischer Glaube, der nur an den Einen universellen Schöpfergott (Ik Oankar) glaubt. Die Sikhi hat ihren Ursprung im 15. Jahrhundert auf dem indischen Subkontinent in der nord-westlichen Region des Punjab.

    Der Sikh Glaube ist als "Sikhi", "Sikhismus" und Sikh-Religion bekannt. Die Sikhs nennen ihren Glauben Sikhi, da diese Bezeichnung in den Sikh Schriften artikuliert wird. Die Terminologie Sikhismus wurde von den Engländern eingeführt, um den Sikh Glauben im religionswissenschaftlichen Kontext einzustufen. Die Grundlagen der Sikhi wurden von Satguru Nanak Dev und den neun nachfolgenden Sikh Gurus festgelegt. Bevor Guru Gobind Singh, der letzte Sikh Guru 1708 diese Welt verliess, ordnete Er an, daß der Siri Guru Granth Sahib von nun an der Ewig-lebende Guru, die höchste spirituelle Autorität der Sikhs sein wird. In der Sikhi verweist das Wort Guru ebenfalls auf Gott. Guru und Gott werden synonym im Siri Guru Granth Sahib beschrieben. Die GURBANI ist das Wort Gottes, dass Satguru Nanak Dev und die Sikh Gurus, in ihrem göttlich verankerten Bewusstsein von Waheguru (Gott) empfangen und der Menschheit offenbart haben. Der Ewige Guru - der Siri Guru Granth Sahib, ist JAAGDI JOT, das ewig existierende Licht Gurus/Gottes, welches die Schöpfung und das menschliche Bewusstsein anhebt und erleuchtet.

    Der Siri Guru Granth Sahib, ist die einzige Heilige Schrift in der Welt, die zu Lebzeiten Ihrer Verfasser offenbart, zusammengestellt und niedergeschrieben worden ist.

    Die fundamentalen Glaubensvorstellungen der Sikhi sind im Siri Guru Granth Sahib, den Sikh Schriften und Anweisungen der Sikh Gurus artikuliert. Sie beinhalten ein tiefes Vertrauen, Hingabe und Liebe in Guru und Gott zu haben. Dieses Vertrauen und Glaube wird in der Sikhi mit Bhavana/Bharosa/Shardha beschrieben. Die Hauptgrundlagen des Sikh Glaubens ist die Waheguru Naam Meditation auf den Einen, transzendenten, allesdurchdringenden und omnipräsenten Schöpfergott, die Gemeinschaft aller Menschen, selbstloser Dienst (Seva), das Streben sozialer Gerechtigkeit zum Wohle und Wohlstand aller (Sarbat da Bhalla), aufrichtiges Verhalten sowie das Bestreiten des Lebensunterhalts aus eigener Kraft.

    Der Sikh Glaube entstand als Satguru Nanak Dev im Monat Katak (Okt./Nov) 1469 auf Erden in Talwandi, heute als Sri Nankana Sahib (Pakistan) bekannt, erschien. Satguru Nanak Dev ist das manifeste Licht, die Sargun Form von Akaal Purakh Waheguru (Gott).

    Zu dieser Zeit herrschten die Pathana, eine islamistische Kaste über die Region, später die Mogulen. Es war eine Zeit der politischen, sozialen und religiösen Unruhen. Zwei der Sikh Gurus, der fünfte Sikh Guru, Guru Arjan Dev und der neunte Sikh Guru, Guru Tegh Bahadur, wurden von den Mogul Herrschern gefoltert und hingerichtet, nachdem Sie es ablehnten zum Islam zu konvertieren. Die beiden jüngsten Söhne des zehnten Sikh Gurus, Guru Gobind Singh, Baba Zorawar Singh und Baba Fateh Singh wurden in einem zarten Alter bei lebendigen Leibe eingemauert, als auch sie es ablehnten zum Islam zu konvertieren.

    Die islamische Ära der Hinrichtung von Hindus, Sikhs und anderen Glaubensrichtungen auf dem indischen Subkontinent, der Verlust von Freiheit, Selbstbestimmung und Rechtschaffenheit erforderten Massnahmen. Die praktische und höchst vorbildliche Lebensweise der Sikh Gurus, sowie die Offenbarung der Gurbani, deckten alle Aspekte der Vollkommenheit ab, sodass der zehnte Sikh Guru, Guru Gobind Singh an Vaisakhi 1699 den Khalsa Panth im Willen Gottes (Hukam) gründete und die Aufgaben an den Khalsa Panth, die Bruderschaft der Reinen und Souveränen übergab. Der Khalsa Panth steht im Einsatz für die Aufrechterhaltung von Wahrheit, Gerechtigkeit, Rechtschaffenheit und Brüderlichkeit auf Erden.

    Satguru Nanak Dev etablierte das System einer kostenlosen Gemeinschaftsküche, genannt Guru Ka Langar, um die Wichtigkeit des Teilens und soziale Gerechtigkeit in der Gesellschaft zu demonstrieren.

    Das Guru Ka Langar steht für ein friedvolles, gerechtes Miteinander, unabhängig von sozialem Status, Herkunft, Bildung, Geschlecht oder Religionszugehörigkeit. Die Institutionalisierung einer solchen Gemeinschaftsküche, die das Kastensystem transzendiert, war zu jener Zeit sozialgesellschaftlich, religiös und politisch ein revolutionärer Schritt. Das Guru Ka Langar symbolisiert auf metaphysischer Ebene, dass jeder Mensch ein manifestierter Ausdruck des Einen transzendenten, allesdurchdringenen, omnipräsenten Schöpfergottes ist.

    Der sechste Sikh Guru, Guru Hargobind Sahib etablierte das Miri - Piri System, welches gleichwertig auf politisch/temporärer Ebene Miri und spiritueller Ebene Piri ko-existiert. Guru Hargobind Sahib hat aus der Notwendigkeit heraus, auf Anweisung seines Vaters, Guru Arjan Dev, eine Verteidigungsarmee aufgebaut, um die Menschen vor Unterdrückung, Tyrannei und Zwangskonvertierung zu beschützen. Die zukünftigen Krieger sollten über die Qualitäten eines Sant (Heiligen) verfügen und die Qualitäten eines rechtschaffenden Kriegers (Sipahi) in sich vereinen.

    Der Begriff des Sant-Sipahi entstand in diesem Zusammenhang. Sant wird benutzt, um auf eine wissende und rechtschaffende Person zu verweisen. Eine Person, die Wissen und Erfahrung über Gott und seiner Schöpfung besitzt. Ein Sant ist stets mit Guru/Gott verbunden. Er vergisst nie den Namen Gottes (Waheguru). Ein Sant lebt in Gottesfurcht und handelt im Willen Gottes. Sipahi bedeutet Krieger, bereit zu sein, für einen rechtschaffenden Zweck sein Leben einzusetzen. Ein Sant-Sipahi setzt sich für Wahrheit, Frieden, Freiheit und Rechtschaffenheit auf Erden ein. Er hat die Aufgabe, die Schwachen und Unterdrückten zu beschützen und das Dharam, die Rechtschaffenheit auf Erden aufrecht zu erhalten.

    Der Sikh Glaube sieht Gerechtigkeit als höchstes Gut der moralischen Ordnung an. Das Wort im Punjabi, welches dies verdeutlicht, ist Niau - Gerechtigkeit. Das Wort Dharam - Rechtschaffenheit wird auch benutzt, um Gerechtigkeit zu vermitteln im Sinne einer moralischen Ordnung. Ein Angriff auf die Rechtschaffenheit, (Dharam) bedeutet ein Angriff auf die Gerechtigkeit und damit auf die moralische Ordnung.


    Die Grundlagen des Sikh Glaubens zusammengefasst

    Satguru Nanak Dev betonte Kirat Karō: ein Sikh sollte aufrichtig seinen Lebensunterhalt verdienen und einen Ausgleich zwischen Arbeit, Anbetung und Nächstenliebe herstellen und die Menschenrechte aller verteidigen. Sikhs werden ermutigt stets ein Chardi Kala, eine optimistische Sicht des Leben zu haben und diese aufrecht zu erhalten. Der Sikh Glaube verweist auf Naam Japo/Naam Simran, die Rezitation und Meditation auf die Identität Gottes mit dem Gurmantra Waheguru, die Lobpreisung Gottes durch Shabad Kirtan (Singen der Heiligen Hymnen), dem Lesen und Rezitieren der Gurbani, dem Wort Gottes/Gurus und die Ausübung des Nitnem, der täglichen Sikh Gebete. Ebenfalls zu den Grundlagen der Sikhi gehört das Prinzp des Teilens, Waṇḍ Chakko, mit dem Angebot einer Freiküche, dem Guru ka Langar in den Gurudwaras und Spenden für Wohltätige Zwecke - Daswandh. Die Sikh Gurus etablierten dieses System, um die Anwesenheit Gottes zu spüren, um sich mit Akaal Purakh/Waheguru zu verbinden und dabei die bindenden Einflüsse der Maya (Scheinwelt/Illusion), die fünf Feinde (Kaam/Lust, Krodh/Zorn, Lobh/Gier, Moh/emotionale und materielle Anhaftung, Ahankaar/Haumai - Ego), zu transzendieren. Seva ist der selbstlose Dienst für die Gemeinde und Gesellschaft. Der Schöpfung Gottes bestmöglich zu dienen, ohne Erwartung auf Gegenleistung, ist ein Privileg und die Aufgabe eines jeden Sikhs.


    Satguru Nanak Dev lehrte

    Ein aktives, kreatives und bodenständiges Leben voller Aufrichtigkeit, Treue, Selbstbeherrschung und Reinheit zu führen, das über der metaphysischen Wahrheit steht. Der ideale Mensch ein Mensch sei, der die Vereinigung mit Gott erreicht, Seinen Willen (Hukam) erkennt, den Willen ausführt, und im Willen Akaal Purakh/Wahegurus lebt.

    Es gibt nur Einen Schöpfergott - IK OANKAR

    Der Nirgun und Sargun Aspekt

    Der Sikh Glaube weist darauf hin, daß es nur Einen universellen Schöpfergott - Ik Oankar gibt, der omnipräsent - omnipotent, allmächtig, alles erschaffend, das Universum und die unzähligen Schöpfungen kreierte und in seinen gesamten Manifestationen existent ist. Diese singulare Entität von Ik Oankar ist in zwei Aspekte unterteilt: dem Nirgun Aspekt und dem Sargun Aspekt.

    Gott im Nirgun Aspekt ist ohne Attribute, unmanifest, abstrakt, formlos, nicht sichtbar, alles durchdringend - der ewige, zeitlose, transzendentale Aspekt der Göttlichen Realität und Existenz.

    Gott wird in seinem Nirgun Aspekt im Sikh Glauben mit folgenden Terminologien beschrieben:

  • WAHEGURU
    Wahe: wundervoller Herr/Erleuchter, der jenseits aller Erklärungen ist.
    Guru: Gu heisst Dunkelheit - Ru, der die Dunkelheit zerstört und das göttliche Licht von Wahrheit, Wissen und Erkenntnis schenkt.
  • AKAAL PURAKH : der ewige, zeitlose Eine, der niemals stirbt, jenseits von Zeit und Raum ist.
  • SATGURU: der Wahre Aspekt und Ausdruck der göttlichen Wahrhaftigkeit. Der Satguru ist ohne Dualität, Guru und Gott sind eins: Ik Roop Hai.
  • SAT NAM: Sein Name ist Wahrheit.

  • In seinem Sargun Aspekt ist Gott mit Qualitäten, Eigenschaften und Attributen ausgestattet. Er ist manifest, sichtbar, immanent in seinen gesamten Schöfpungen, wiederzufinden in der Gurbani - in den Heiligen Hymnen und Versen des Siri Guru Granth Sahib, sowie in der Verkörperung und Manifestation der zehn Satgurus auf Erden, die Ausdruck der göttlichen Wahrhaftigkeit sind.

    In der Sikh Religion verweist das Konzept Gottes auf WAHEGURU. Waheguru (Gott) - ist der wundervolle Schöpfer und Erleuchter, die Basis des gesamten Universums. Gott ist gestaltlos, zeitlos und unsichtbar - Niraṅkār, Akaal und Alakh. Am Anfang des ersten Textes im Siri Guru Granth Sahib, steht geschrieben, daß Gott omnipräsent mit unendlicher Kraft über Alles steht und dies durch den Begriff von Ik Oankar "Es gibt nur einen universellen Schöpfergott", verdeutlicht wird. Die Sikhs glauben, daß vor jeder Schöpfung nur Gott und Shabad existierte und das durch Gottes Hukam (Gottes Wille), der gesamte Kosmos und die Schöpfungen erschaffen wurden.

    Das Konzept Gottes wird auch als Akaal Purakh, der zeitlose Ewige Schöpfer, der niemals stirbt, jenseits von Zeit und Raum ist und Nirankar formlos beschrieben. Satguru Nanak Dev hat desweiteren erklärt, daß das Verständnis von Akaal  jenseits der menschlichen Wahrnehmung liegt, doch zur selben Zeit nicht völlig unverständlich oder nicht zugängig sei. Akaal Purakh ist omnipräsent Sarav Viāpak in allen Schöpfungen und für die Weisen und spirituell Erwachten überall sichtbar. Satguru Nanak Dev betonte, daß Gott durch das Innere Auge oder das Herz eines Menschen, das sich Gott öffnet, mit der Liebe und Gnade Gottes wahrgenommen werden kann.

    Satguru Nanak Dev und die Sikh Gurus haben hierzu den Kanal des göttlichen Namens für die Menschheit in Form des Gurmantra Waheguru offenbart. NAAM, die Existenz und Realität Gottes und die Gurbani, (das Wort Gottes/Gurus), haben einen kosmischen Klang. Dieser wird als Naad bezeichnet, die kosmische Klangschwingung des Universums. Durch das Praktizieren von Waheguru Naam Meditation und dem sich Verbinden mit Gurbani, wird diese Klangschwingung schrittweise im menschlichen Bewusstsein belebt und manifestiert sich.

    Singe für immer die glorreichen Lobeshymnen des makellosen wahren Schöpfers, und der makellose Klangstrom des Naad wird im Inneren vibrieren.
    Sing the Glorious Praises of the Immaculate True Lord forever, and the Immaculate Sound-current of the Naad shall vibrate within. (SGGS, Ang 121)
    Der Guru sagt uns: Durch die Wiederholung von Naam, erklingt der Klangstrom des Naad.
    The Guru tells us: Repeating the Naam, the Unstruck Sound-current of the Naad resounds.
    (SGGS, Ang 1144)

    Die Essenz der Sikh Lehre ist von Guru Nanak Dev in diesen Worten zusammengefasst:

    Realisierung der Wahrheit ist höher als alles andere. Noch höher ist ein wahrhaftiges Leben.

    Die Seele - der transzendente Schöpfer

    Der Schöpfer ist geschlechtsunspezifisch. Die Seele des Schöpfers ist transzendent allumfasssend, bedingslose reine Liebe, ewige Glückseligkeit, Frieden, Stille, Unbegrenztheit, unsterblich, zeitlos. Gott war, ist und wird für immer die höchste allmächtige ewig-existierende Wahrheit und Realität sein.

    Der Schöpfer ist kosmisch unbegrenzte Liebe und Freude, er liebt seine Schöpfungen und Manifestationen bedingungslos.
    (SGGS, Ang 784, M. 5)

    Im Siri Guru Granth Sahib wird Gott - als Ehemann (Husband Lord), als bester Freund, Vater, Mutter und Geliebter bezeichnet. Die Individual Seele wird als die Seelen-Braut (Soul-bride) beschrieben. Die Seelen-Braut steht hier synonym für beide Geschlechter, weiblich als auch männlich. Die Seele hofft und wartet nach langer Trennung - auf den Tag der Wiedervereinigung mit Ihrem geliebten wahren Ehemann, dem Ursprung allen Seins. Diese Analogie beschreibt die Vereinigung von der Individual Seele mit Gott, die ihren Ursprung, ihr wahres Zuhause im allmächtigen Schöpfergott hat. Der Tod bedeutet in der Sikhi nicht automatisch das Einswerden mit Gott. Die Seele manifest im menschlichen Körper, unterliegt dem sich wiederholenden Prozess von Kommen und Gehen, dem Zyklus von Geburt und Tod gemäss des Karma - bis Akaal Purakh/Waheguru (Gott) in seiner Liebe, Güte und Gnade die Indvidual Seele mit Ihrem Ursprung, der kosmischen All Seele Gottes vereint. Diese Wiedervereinigung mit dem Schöpfergott, ist mit unbeschreiblicher Freude, Ruhe, Frieden und Freiheit beschrieben. In diesem Moment erreicht die Individual Seele die Einheit mit Waheguru (Gott) und der Zyklus von Geburt und Tod ist beendet. Die Befreiung der Seele kann zu Lebzeiten passieren - diese Person wird im Siri Guru Granth Sahib als Jivan Mukti - ein zu Lebzeiten Befreiter beschrieben, als auch in der Transmigrationsphase, wenn die Seele das Körperkleid verlässt. Die verschiedenen Raags im Siri Guru Granth Sahib (31 Haupt Raags, 31 Mishrat Raags, in 17 Taala), befassen sich mit der Thematik der Trennung, Freude, Sehnsucht, Traurigkeit, Schönheit, Schmerz und Erfüllung. Jede dieser Raag beschreibt eine spezifische Gefühlsstimmung.


    Die Sikhi betont das Prinzip der Gleichstellung aller Menschen und lehnt Diskriminierung auf Basis von Kaste, Herkunft, Religion und Geschlecht ab. Die Sikh Prinzipien ermutigen zu einem Leben als Haushälter (Grisht) - Menschen, die im Leben stehen, Ihren familiären und beruflichen Pflichten nachgehen und dabei ein auf Gott ausgerichtetes Leben führen.


    Das Ik Oankar Symbol
    Ik - eins und Oankar - universeller Schöpfergott = Es gibt nur Einen universellen Schöpfergott, der kreiert, erhält und auflöst.


    Das Khanda Symbol im Sikh Glauben: Das Khanda Symbol ist eines der wichtigsten Symbole im Sikhi. Die Sikh Flagge (Nishan Sahib) beinhaltet das Khanda Zeichen. Die Flagge der Sikhs wurde erstmals 1606 über den Akaal Takht, dem höchsten Sitz der Sikh Religion installiert. Sie wird auch als "Akal Dhuja - die unsterbliche Flagge" und "Satguru ka Nishan - Das Zeichen des wahren Gurus" bezeichnet. Das Khanda Symbol beinhaltet eine Kollektion von vier Waffen. Im Zentrum steht das zweischneidige Schwert, das die kreative Kraft Gottes, das gesamte Universum und das Schicksal des Universum repräsentiert. Das Khanda steht für göttliches Wissen, seine Klingen trennen die Wahrheit von der Falschheit. Die Bedeutung der zwei Krummschwerter: das erste Schwert steht für die politisch/weltliche Führung (Miri), das zweite Schwert symbolisiert die spirituelle, religiöse Kraft (Piri). Im Inneren der zwei Schwerter um das Khanda befindet sich ein Kreis, der Chakkar genannt wird. Zwischen beiden - Miri und Piri - muss ein Gleichgewicht bestehen, dies wird durch den inneren Kreis symbolisiert, der die gesamte göttliche Manifestation umfasst, und die Anfangs- und Endlosigkeit als auch die Perfektion Gottes und seiner Zeitlosigkeit dargstellt.

     

    Sikh Gebete - Nitnem Banis

    Die Sikh Gebete für getaufte Sikhs umfassen insgesamt 7 tägliche Gebete:
    5 Morgengebete: Sri Japji Sahib, Sri Jaap Sahib, Sri Tavprasad Savaiye, Sri Chaupai Sahib und Sri Anand Sahib alle 40 Verse, Meditation mit dem Mool Mantar und eine Meditation mit dem Gur Mantar,
    dem Abendgebet Sri Rehras Sahib und dem Nachtgebet Kirtan Sohila.

    Für ungetaufte Sikhs werden 3 Morgengebete (Sri Japji Sahib, Sri Jaap Sahib und Sri Tavprasad Savaiye), eine Meditation mit dem Gur Mantar Waheguru, das Abendgebet Sri Rehras Sahib und das Nachtgebet Kirtan Sohila im Sikh Rehat Maryada empfohlen.

    Innere Erkenntnis, das Leben in Demut, Mitgefühl, Gottesfurcht, Liebe, Aufrichtigkeit, Natürlichkeit, Hilfsbereitschaft, Stärke, Mut und Vergebung zu leben, ist die Aufgabe eines jeden Sikhs. Alle Tugenden kommen wie Satguru Nanak Dev und die Sikh Gurus immer wieder im Siri Guru Granth Sahib und in den Sikh Gebeten stets betonen, aus NAAM, aus dem göttlichen Ursprung allen Seins, aus den Qualitäten Gottes, aus dem Einen Namen Waheguru.

    Ein moral-ethisch auf Gott ausgerichtetes Leben im Sikh Glauben wächst demnach, aus dem sich konstanten Verbinden mit Guru/Gott durch WAHEGURU NAAM Rezitation/Meditation, durch das Lesen, Rezitieren, Beten und Singen der GURBANI, dem Heiligen Wort Gottes/Gurus und NISHKAM SEVA, dem selbstlosen Dienen.


    Maya

    Maya, wird als eine temporäre Illusion, Scheinwelt oder Unwirklichkeit definiert. Sie ist eine der grundlegendsten Ablenkungen bei dem Vorhaben Gott zu erreichen. Dort, wo weltliche Anziehung und Verhaftung dem Menschen temporäre Befriedigung geben (Freude als auch Leid), wird der Suchende im Prozess der Hingabe zu Gott aufgehalten. Guru Nanak Dev betont, dass die Maya nicht als eine Referenz zur Unwirklichkeit der Welt anzusehen sei, sondern aufgrund ihrer bindenden Eigenschaften und Einflüsse, die sie repräsentiert. Sobald der Mensch von Gott, vom Namen Gottes getrennt ist, kann die Maya mit Ihren Eigenschaften, den Menschen noch stärker an die Scheinwelt der Illusionen binden. Folgedessen wird neues Karma akkumiliert und der Kreislauf von Wiedergeburt und Tod kann nicht durchbrochen werden. Akaal Purakh/Waheguru hat die fünf Elemente (Panch Tattva) kreiiert. Im Siri Guru Granth Sahib auf Ang 1031 werden sie als: Ap (Wasser), Tej (Feuer), Vaaye (Luft) Pirthmi (Erde) und Akash (Äther) bezeichnet. Gott hat die Maya (Scheinwelt/Illusion) erschaffen, aus ihr gehen die 3 Qualitäten (Gunas): Tamas, Rajas und Sattwa hervor. Sie wirken als materielle Natur durch den gesamten Schöpfungsmechanismus hindurch. Die Eigenschaften der Maya und die fünf Diebe (siehe Panj Chor) binden und überschatten die Menschen.

    ਰਜ ਗੁਣ ਤਮ ਗੁਣ ਸਤ ਗੁਣ ਕਹੀਐ ਇਹ ਤੇਰੀ ਸਭ ਮਾਇਆ ॥ ਚਉਥੇ ਪਦ ਕਉ ਜੋ ਨਰੁ ਚੀਨ੍ਹ੍ਹੈ ਤਿਨ੍ਹ੍ਹ ਹੀ ਪਰਮ ਪਦੁ ਪਾਇਆ ॥੨॥:
    Raj gun tam gun sat gun kaheeai ih teri sabh maya. Chauthe pad kau jo nar cheenai tin hee param pad paaiaa ||2||

    Rajas, die Qualität von Energie und Aktivität, Tamas, die Qualität von Dunkelheit und Trägheit und Satva, die Qualität von Reinheit und Licht, werden alle als die Kreation der Maya beschrieben, Deine Illusion. Die Person, die den vierten Bewusstseinszustand verwirklicht - sie allein erlangt den höchsten Zustand.

    Raajas, the quality of energy and activity; Taamas, the quality of darkness and inertia; and Satva, the quality of purity and light, are all called the creations of Maya, Your illusion. That man who realizes the fourth state - he alone obtains the supreme state. (SGGS, Ang 1123)

    Gott selbst hat die Maya, die materielle Natur und das Spiel der Kräfte erschaffen. Im folgenden werden die Qualitäten von Gott und Maya - dem ewig-existierenden und dem vergänglichen Bereich der Schöpfung gegenüber gestellt.

    Maya Gott - Akaal Purakh Waheguru
    Asat = ist nicht wahr Sat = Gott ist wahr
    Jarh = tote Entität, vergänglich, nicht beständig Chit = Gott ist ewig existent
    Dukh = Leid, Sorgen, Schmerz Anand = Gott ist Glückseligkeit, ewige Freude

    Die vier Schichten der Persönlichkeit (Antischkarm) die Akaal Purakh/Waheguru (Gott) verdecken, sind:

    Man Geist
    Budh Intellekt, Wissen, Unterscheidungskraft,
    Chit Speicher von Erfahrungen, Zweifel, Probleme,
    Ahankar Ego

    Wenn diese vier Ebenen der individuellen Persönlichkeit transzendiert werden, ist der Zustand von Brahm Gyan erreicht.


    Fünf Diebe/Feinde (Pānj Chor)

    In der Sikh Religion sind die Einflüsse von Lust, Zorn, Gier, emotionale/materielle Anhaftung und Ego als die Fünf Feinde (Pānj Chor) bekannt, von denen man weiss, daß sie den Weg zu Gott erschweren. Sikhs glauben, daß sich die Welt momentan in einer Phase des Kali Yuga befindet. Das Kaliyuga ist das Zeitalter der Dunkelheit und Ignoranz, wo die Welt und das menschliche Bewusstsein durch die Liebe zur Dualität, Bindung und Anhaftung an die Maya, die Einheit mit Gott verhindert.

    Kaam Lust
    Krodh Zorn
    Lobh Gier
    Moh Emotionale/materielle Anhaftung
    Hankaar Ego (auch als Haumai bekannt)

    Fünf Tugenden

    Die Fünf Tugenden werden durch die Verankerung im Namen Gottes Waheguru, durch Liebe und Hingabe zu Gott, dem sich Verbinden mit der Gurbani, Seva und aufrichtiges Bemühen im menschlichen Bewusstsein erweckt. Somit ist der Lebensweg der Sikhi ein distinkter und einzigartiger.

    Sat Wahrhaftigkeit
    Daya Mitgefühl
    Santokh Zufriedenheit
    Nimrata Demut, Wohlwollen, Bescheidenheit
    Pyar Liebe zu Gott und seiner Schöpfung

    Überwindung der Maya

    Das Schicksal der Menschen, die den Fünf Feinden, den Eigenschaften der Maya ständig ausgeliefert sind, resultiert in der Trennung zu Gott, was zu Dualität, Verlust von Seelenfrieden, Liebe, Mitgefühl, Respekt und Rechtschaffenheit führt. Handlungen, die sich gegen das göttliche Naturgesetz richten, häufen neues Karma auf individueller als auch auf kollektiver Ebene an. Um den schwer zu kontrollierenden Geist zu bändigen, ihn von den Millionen von Eindrücken der Lebenszyklen zu reinigen, ihn von der Anhaftung an die Maya zu befreien, wird dem Aspiranten in der Sikhi der Eine Name Gottes, das Gurmantra Waheguru - als Medizin verschrieben. Der Aspirant wird mit Waheguru Naam und Bani gesegnet, sie geben ihm die Kraft, Vertrauen, Stärke und Ausdauer, die bindenden Einflüsse der Maya zu transzendieren.

    Naam ist die alles heilende Medizin und Naam ist der Akt der Wiedergutmachung. Der Name des Herrn, Gott, ist die Unterstützung der Seele und der Atem des Lebens.
    Naam is the all-curing medicine and Naam is the act of atonement. The Name of the Lord, God, is the Support of the soul and the breath of life.
    (SGGS, Raag Gauri, Ang 184)

    ਹਰਿ ਕਾ ਨਾਮੁ ਅੰਮ੍ਰਿਤੁ ਹੈ ਦਾਰੂ ਏਹੁ ਲਾਏਹੁ ॥ Har kaa naaam amrit hai daaroo eh laaehu.
    Der Name des Herrn ist Amrit - nimm diese heilende Medizin.
    The Name of the Lord is Amrit - take this healing medicine.
    (SGGS, Ang 554)

    ਹਰਿ ਕਾ ਨਾਮੁ ਅੰਮ੍ਰਿਤ ਜਲੁ ਨਿਰਮਲੁ ਇਹੁ ਅਉਖਧੁ ਜਗਿ ਸਾਰਾ
    Hari kaa naam amrit jal niramal ihu aoukhadh jagi saaraa.
    Der Amrit Name des Herrn, das makellose (unbefleckte) Wasser des Gottes Namen, ist die beste Medizin in der Welt.
    Amrit-Naam of the Lord, Immaculate Water of the Lord's Name, is the best medicine in the world.
    (ਇਸ ਸਰੀਰਕ ਮੋਹ ਨੂੰ ਮਿਟਾਣ ਦਾ)
    (SGGS, Ang 659)

    Mit der Wiederholung des Gottes Namen (Waheguru) beginnt der Geist eine Verbindung zu Gott aufzubauen. Der Geist beginnt sich zu reinigen, sich nach Gott zu sehnen, er nimmt die Existenz und die Qualitäten des Schöpfers immer mehr in seinem eigenen Bewusstsein wahr.


    Parabh kaa simran sabh tay oochhaa, parabh kai simran udhray moochaa.
    Von allen Religionen ist die beste Religion, die den Namen des Herrn wiederholt. Dies allein ist die höchste fromme Tat.
    Of all religions the best religion is to repeat the Lord's name. This alone is the most pious of deeds.
    (Gauri Sukhmani, Guru Arjan Dev, Ang 263)

    System der Sikh Gurus

    Ein Leben in Hingabe an Waheguru Gott zu leben, eine optimistische Grundeinstellung Chardi Kala zu bewahren, dem Willen Gottes zu folgen Hukam, sich stets an Gott zu erinnern, in Form von Naam Japo/Naam Simran, Shabad Kirtan zu singen, die Ausübung der täglichen Nitnem Banis (Sikh Gebete) und das selbstlose Dienen Seva in der Gemeinde und in der Gesellschaft, wird dem Sikh die Kraft geben, die Einflüsse der Maya, die Fünf Feinde und die vier Ebenen der Persönlichkeit zu reduzieren, zu transformieren, bis sie mit der Gnade Gottes eines Tages vollständig transzendiert sind und die Einheit dem Ursprung allen Seins realisiert ist. Die Sikhs glauben, daß die Gemeinschaft des Saadh Sangat die Heilige Versammlung im Gottesdienst der Sikhs, einer der Schlüssel ist, sich mit Guru und Gott zu verbinden.

    Satguru Nanak Dev's Ideal ist das Öffnen seiner Selbst zum göttlichen Namen und die Anpassung an das Dharam, der Rechtschaffenheit. Dies ist die Göttliche Anweisung (Hukam). Satguru Nanak Dev beschrieb das Ergebnis der disziplinierten Anwendung von Naam Simraṇ als ein

    Wachsen in Richtung Gott

    Die letzte Ebene ist Sach Khand, die höchste Ebene der ewigen Wahrheit, dem Reich Gottes.


    Karma ਕਰਮ

    Karma ist das Gesetz von Ursache und Wirkung. Welche Taten und Handlungen ein Mensch auch immer vollzieht, haben einen Effekt, eine Auswirkung. Das Konzept des Karmas wird von Religionen des Buddhismus, Hinduismus, Jainismus sowie der Sikhi geteilt. In der differenzierten Analyse gibt es in der Auslegung des Karmas Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede, bei den oben erwähnten Religionsgemeinschaften.

    ਜੇਵੇਹੇ ਕਰਮ ਕਮਾਵਦਾ ਤੇਵੇਹੇ ਫਲਤੇ ॥
    Jevehe karma kamaavadaa tevehe phalate
    Man erhält die Früchte gemäss der Taten, die man tut.
    One obtains fruits according to the deeds which he does.
    (SGGS, Ang 317)

    Der Körper ist das Feld von Karma in diesem Zeitalter, was auch immer Du säest, wirst Du ernten.
    The body is the field of karma in this age, whatever you plant, you shall harvest.
    (SGGS, Ang 78)

    ਦੁਖੁ ਸੁਖੁ ਦੀਆ ਜੇਹਾ ਕੀਆ ਸੋ ਨਿਬਹੈ ਜੀਅ ਨਾਲੇ
    Dukh sukh deeaa jehaa keeaa so nibahai jeea naale
    Gott verleiht Schmerz und Freude, gemäss der Taten, die vollzogen wurden. Die Aufzeichnung all dieser Handlungen/Taten bleiben bei der Seele.
    God bestows pain and pleasure, according to the deeds done; the record of these actions stays with the Soul.
    (SGGS, Ang 581)

    In der Sikh Religion werden drei Formen von Karma erwähnt:

    1. Sanchit: Karma, dass wir über viele Leben angesammelt haben.
    2. Paralabdh: Karma, dass wir in dieses Leben mitbringen.
    3. Kiriaman: Das gegenwärtige Karma, welches aus den neuen Handlungen entsteht.

    Im Sikhismus wird das Karma durch das Konzept von Gottes Gnade Nadar, Mehar, Kirpa, Karam etc. verändert:

    Nadar ਨਦਰਿ bedeutet übersetzt, in Seinem (Gottes) barmherzigen Blick zu sein.  Das Wort Nadar stammt vom arabischen Wort Nazar ab und bedeutet "Blick/Gunst". Das Fundament von Nadar ist, das der allmächtige, barmherzige Schöpfergott seine Schöpfungen jederzeit beeinflussen und ändern kann, und somit auch das Karma des Individum, wenn dies Sein Wille ist. Die Sikh Gurus akzeptierten die Lehre vom Karma nicht als ein unveränderliches Gesetz, sondern als ein System der Natur, das dem Hukam - dem Willen Gottes und Nadar, der göttliche Gnade unterworfen ist - zwei Komponente, die Guru Nanak Dev zum Konzept des Karma hinzufügte. Das regulierende göttliche Gesetz von Ursache und Wirkung (Karma), kann demzufolge durch die Gnade Gottes (Nadar) und durch sein Hukam (Wille/Anweisung) "ausser Kraft gesetzt" werden. Dem Konzept von Nadar liegt zugrunde, dass Akaal Purakh/Waheguru auf die tiefen und aufrichtigen Gebete seiner Menschenkinder reagiert, die ihn um seine Gnade und um Vergebung bitten. In den heiligen Hymnen des Siri Guru Granth Sahib, betonen die Sikh Gurus, wie unentbehrlich Gottes Gnade in der spirituellen Suche ist und diese in Hingabe, Liebe, Meditation und Kontemplation ständig vom Aspiranten erbeten wird.

    Die folgenden Begriffe die das Konzept von Nadar (Gottes Gnade) ausdrücken sind: 

    Mehar Liebe, Gunst, Gnade
    Kirpa Segen, Gnade, Zärtlichkeit (Kirpa Katakh - Blick oder Gnadengabe)
    Karam Gunst und Gnade
    Bakhshish Segen, Gabe, Geschenk, Bewilligung seiner Gnade

    Satguru Nanak Dev sagt:

    Der Körper wird aufgrund von Karma geboren, aber Erlösung wird nur durch die Gnade Gottes erreicht. (SGGS, Ang 2)

    ਗੁਰ ਕਾ ਸਬਦੁ ਕਾਟੈ ਕੋਟਿ ਕਰਮ ॥੩॥੧॥: Gur ka Shabad kaatai koti karam
    Guru´s Shabad vernichtet Millionen von (vergangenem schlechten) Karma.
    The Guru's Shabad eradicates millions of (past bad) Karma ||3||1||
    (SGGS, Ang 1195)

    Die vielen religiösen Rituale, gute Taten des Karmas und die dharmische Anbetung - über alledem steht Naam, der Name des Herrn.
    The many religious rituals, good deeds of karma and Dharmic worship - above all of these is the Naam, the Name of the Lord.
    (SGGS, Ang 405)

    Auf dem Gebiet der Handlungen und des Karmas, pflanze den Namen des Herrn, diese Gelegenheit ist so schwer zu erlangen.
    In the field of actions and karma, plant the Lord's Name, this opportunity is so difficult to obtain.
    (SGGS, Ang 812)

    Auf Gottes Namen meditieren, die Gurbani lesen, rezitieren, Seva praktizieren, gute und noble Handlungen vollziehen, können die Konsequenzen von vergangenem negativen Karma abschwächen oder eliminieren, wenn dies die "Gnade und der Wille Gottes" ist.


    Reinkarnation

    Im Japji Sahib, welches von Guru Nanak Dev verfasst wurde, werden fünf Disziplinen aufgeführt, die den Menschen aus dem Rad der Reinkarnation (aus dem Kreislauf der Wiedergeburten) herauslösen:

    Dharam Das Reich der Rechtschaffenheit als grundlegendes spirituelles Gesetz. Pflicht und Verantwortung für die eigenen Taten zu übernehmen, sich für Rechtschaffenheit aller einsetzen und ein ethisch-moralisches auf Gott ausgerichtetes Leben führen.
    Gyan Das Reich des Wissens/Weisheit - das Wissen über Gott, Seine Schöpfung und Naturgesetze zu erlangen.
    Saram Das Reich der Demut - Reinigung des Geistes durch Anstrengung und Bemühen.
    Karam Das Reich der Gnade - Selbstlosigkeit führt zu Göttlicher Gnade und Stärke des Geistes.
    Sach Das Reich der absoluten Wahrhaftigkeit und Ewigkeit - die höchste spirituelle Ebene.

    Khand (bedeutet Ort), Dharam, Gyan, Saram, Karam und Sach verweisen auf die Ethik von der Wurzel bis hin zum Thron des Allmächtigen.


    Die vier Padarath

    In der Sikh Religion gibt es die vier Padarath ਚਾਰਿ ਪਦਾਰਥੁ: Padarath kann als "Schatz", "Reichtum" und "Segen" übersetzt werden.

    Auf der spirituellen Reise der Individual-Seele durchläuft diese verschiedene Stufen/Stationen, um die Vereinigung mit Gott zu erreichen. Diese vier Schätze - die Char Padarath (ਚਾਰਿ ਪਦਾਰਥੁ) sind:

    Janam Padarath (ਜਨਮੁ ਪਦਾਰਥੁ) Schatz der spirituellen Geburt/Leben (Treasure of Spiritual Birth/Life)
    Gyaan Padarath (ਗਿਆਨੁ ਪਦਾਰਥੁ) Schatz des spirituellen Wissens (Teasure of Spiritual Knowledge)
    Naam Padarath (ਨਾਮੁ ਪਦਾਰਥੁ) Schatz des göttlichen Wissens (Treasure of Divine Wisdom - supreme command)
    Mukti Padarath (ਮੁਕਤਿ ਪਦਾਰਥੁ) Schatz der Befreiung (Treasure of Salvation)

    Die vier Purusharthas

    Im Siri Guru Granth Sahib werden die vier Purusharthas u.a. auf Ang 816, 927, 1201 wie folgt erwähnt:

    SGGS, Ang 816

    ਧਰਮ ਅਰਥ ਅਰੁ ਕਾਮ ਮੋਖ ਦੇਤੇ ਨਹੀ ਬਾਰ ॥੨॥
    Ḏẖaram arath ar kām mokẖ ḏeṯe nahī bār. ||2||
    Er zögert nicht, mich mit Rechtschaffenheit und Glauben, Wohlstand, Wunscherfüllung und Befreiung zu segnen.
    He does not hesitate to bless me with Dharmic faith, wealth, fulfillment of desire and liberation. ||2||

    SGGS, Ang 927

    ਧਰਮ ਅਰਥ ਅਰੁ ਕਾਮ ਮੋਖ ਮੁਕਤਿ ਪਦਾਰਥ ਨਾਥ ॥
    Ḏẖaram arath ar kām mokẖ mukaṯ paḏārath nāth.
    Rechtschaffender Glaube, Wohlstand, Wunscherfüllung und Erlösung; der Herr schenkt diese vier Segnungen. Righteous faith, wealth, fulfillment of desire and salvation; the Lord bestows these four blessings.
    Dharam Rechtschaffenheit - righteousness
    Arth Wohlstand - prosperity/wealth
    Kam Erfüllung der Wünsche fulfillment of desire
    Mokh Befreiung - liberation

    Ethik im Sikh Glauben

    Die Notwendigkeit den Geist zu kontrollieren und die fünf Diebe, zu dem auch das Ego gehört, zu unterwerfen werden immer wieder in der Sikhi gelehrt. Alle Tugenden, wie Wahrheit - SAT, Zufriedenheit - SANTOKH, Liebe - PREM, Mitgefühl - DAYA, Selbstloser Dienst - SEVA, Wohltätigkeit - DHANA, Vergebung - KSANA, Demut - NIMRATA, Geduld - DHEERJH, Nicht-Anverhaftung - VAIRAGYA und Keuschheit/Enthaltsamkeit - TAIGA bilden die ethischen Grundlagen in der Sikh Religion.


    Gurbani und Shabad Kirtan

    Sikhs verweisen auf die Heiligen Hymnen der Sikh Gurus in Form der Gurbani (dem Wort Gottes/Gurus), welches die Sikh Gurus in ihrem göttlich verankerten Bewusstsein von Gott empfangen und der Menschheit offenbart haben. Shabad Kirtan ist das Singen dieser Heiligen Hymnen. Die gesamten Verse des Siri Guru Granth Sahib sind in einer Form von Poesie und Reim verfasst, um in 31 Haupt Raaga rezitiert zu werden. Satguru Nanak Dev begann die Shabad Kirtan Tradition und lehrte das Praktizieren von Shabad Kirtan. Ebenso ist das Hören von Shabad Kirtan ein kraftvoller Weg, um innere Ruhe und eine meditative Haltung zu erreichen. Den Einen Universellen Schöpfergott mit Hingabe zu besingen, die Gurbani (das heilige Wort Gottes/Gurus) zu rezitieren, ist ein effektiver Weg, um in Einklang mit Akaal Purakh/Waheguru - mit der Quelle allen Seins zu gelangen. Lesen Sie mehr über Shabad Kirtan.


    Meditation und Kontemplation ist fruchtlos ohne Dienst und Taten

    Die Sikhs haben gelernt, daß neben der Meditation, selbstloser Dienst Nishkam Seva und wohltätige Arbeit  den Gläubigen dazu befähigen, die bindenden Einflüsse der Maya (Scheinwelt/Illusion) zu reduzieren. Im selbstlosen Dienen opfert der Sikh sein Ich - sein Ego (Ahankar/Haumai). Gottes Schöpfung zu dienen ist ein Privileg. Seva auszuüben, segnet den Sikh mit einem Zustand innerer Zufriedenheit und Freude.




    Im Sikh Glauben gibt es drei Formen von Dienst:

    Tan physischer Dienst
    Man mentaler Dienst
    Dhan materieller Dienst

    Der Sinn des Lebens in der Sikhi

    Gemäß Satguru Nanak Dev ist der höchste Sinn des menschlichen Lebens, sich mit Gott - Akaal Purakh/Waheguru zu vereinigen.

    Dieser menschliche Körper wurde dir gegeben. Dies ist deine Chance, Gott den Herrn des Universums zu begegnen. Nichts anderes wird funktionieren. Tritt der heiligen Versammlung (Sadh Sangat) bei und meditiere auf den Juwelen des Namen.

    This human body has been given to you. This is your chance to meet the Lord of the Universe. Nothing else will work. Join the Sadh Sangat, the company of the Holy, vibrate and meditate on the Jewel of the Naam. (SGGS, Ang 12).

    Die bindenden und überschattenden Eigenschaften der Maya (Scheinwelt/Illusion), die fünf Feinde, sind die größte Hürde, um die Vereinigung mit Gott zu realisieren. Durch Befolgen der Lehren der Sikh Gurus, sich stets an Naam zu erinnern, die Realität, Existenz und Allmacht des Schöpfers in sich zu vergegenwärtigen, auf Waheguru zu meditieren, der Gemeinschaft und Gottes Schöpfung selbstlos zu dienen, erreicht der Gläubige einen reinen Geist, Stärke, Festigkeit und Zufriedenheit. In diesem Evolutionsprozess der Individual-Seele, wird die Maya schrittweise transzendiert, um die Einheit mit dem wundervollen Schöpfergott eines Tages zu realisieren.

    Satguru Nanak Dev bezeichnete das Wort Guru als die Stimme der Seele - die Quelle der Weisheit und die Führung zur Vereinigung mit Gott. So wie Ik Oankar universal immanent ist, sind Guru und Akaal Purakh eine Entität - Ik roop hai. Man verbindet sich mit Guru/Gott nur durch ständige selbstlose Suche und Liebe nach der Wahrheit.

    Schließlich realisiert der Suchende, daß es das eigene innere Bewußtsein ist, welches den Ursprung in Gott hat. Der menschliche Körper ist nur ein Mittel, um die Vereinigung mit der Wahrhaftigkeit (Gott) zu realisieren. Sobald die Wahrheit (Gott) im Bewusstsein einer Person zu erstrahlen beginnt, sich der Geist vollständig in Gott ergeben hat, die Maya überwunden ist, offenbart sich die Essenz, die Schönheit und Herrlichkeit Gottes im eigenen Bewusstsein.


    Der Khalsa Panth - die fünf Glaubensartikel (5 K's)

    Bevor es zur Gründung des Khalsa Panth kam, wurden die Sikhs von Satguru Nanak Dev bis Guru Tegh Bahadur mit Charan Pahul zum "Sikh" eingesegnet. Die Sikh Gurus haben Wasser in einer Sarbloh Batta mit Ihren Füssen berührt, bzw. wurden die Lotus-Füsse (Charan Kamal) des Gurus vom Aspiranten gewaschen, währenddessen wurde Gurbani rezitiert. Im Anschluss wurde dieses "gesegnete Wasser" getrunken und der Sikh wurde im Haus des Gurus als Sikh aufgenommen und mit Waheguru Naam (Gurmantra Waheguru) gesegnet (Quelle: Bhai Gurdas).

    Panj Piare - Die Fünf Geliebten

    Die Amrittaufe - Khande di Pahul wurde an Vaisakhi 1699 mit der Gründung des Khalsa Panth, die Bruderschaft der Reinen und Souveränen durch den zehnten Sikh Guru, Guru Gobind Singh eingeführt. Der Khalsa Panth wurde auf den Willen (Hukam) Gottes - Akaal Purakh/Waheguru kreiiert. Der Khalsa Panth stellt einen höchst bedeutsamen Meilenstein in der Geschichte der Sikh Religion dar. Der Geburtsort des Khalsa Panth ist der Takht Sri Keshgarh Sahib - das Fort des ungeschnittenen Haares. Der Takht Sri Kesgarh Sahib in Sri Anandpur Sahib, ist einer der fünf wichtigsten Takhts (höchsten Sitze) der Sikh Religion. Der Takht Sri Keshgarh Sahib verdeutlicht hier die signifikante Bedeutung der Haare in der Sikh Religion. Das ungeschnittene Haar bildet eines der Kakaar (Glaubenssymbol) im Sikh Glauben. Der Nanak Panth ist bekannt als Nirmal Panth, der Weg und die Gemeinschaft der Makellosen, als Panth der Kesdharis, diejenigen, die ihr Haar nicht schneiden, bezeichnet. Mit der Gründung des Khalsa Panth wurde die Zukunft des Sikh Glaubens festgelegt und zementiert.

    Der getaufte Sikh (Amritdhari) verpflichtet sich gemäss den Richtlinien des Khalsa Panth (Khalsa Rehat - Verhaltenskodex) zu leben und stets die 5 Glaubensartikel zu tragen. Die 5 Kakaar sind:

    • Kes (Kesh) das ungeschnittene Haar ist Ausdruck von Akzeptanz und Respekt vor der Perfektion Gottes und seiner Schöpfung. Ein Sikh lehnt sich nicht gegen die Naturgesetze, die Gott erschuf, auf. Das Haar ist ein Geschenk des allmächtigen Schöpfers.
    • Kangha (Holzkamm) - Der Kangha wird für die Haarpflege getragen und repräsentiert die Wichtigkeit von Ordnung und Reinheit.
    • Kara (Armreifen aus Eisen/Sarbloh) - Der Kara symbolisiert, dass der Charakter eines Sikhs wie aus Eisen sein sollte, stark, unverbiegbar und von Beständigkeit. Der Armreifen erinnert den Sikh daran, die Anweisungen des zehnten Sikh Gurus und Gottes zu befolgen und in ewiger Verbundenheit zu Waheguru zu sein und mit dieser Hand nichts Unrechtes zu tun.
    • Kirpan (ein kleiner Dolch) - Der Kirpan ist ein kurzer Dolch, der die Pflicht eines Sikhs symbolisiert, sich für die Notleidenden und Unterdrückten einzusetzen. Der Kirpan ist ein Symbol von Geduld und Barmherzigkeit. Der Kirpan steht synonym für die Zerstörung von Unwissenheit, Ignoranz, Unrecht und Unterdrückung. Seine Benutzung ist nur zum Schutze anderer und zur Selbstverteidigung erlaubt. Niemals aber zum Angriff.
    • Kachera (eine spezielle Unterhose) - Diese spezielle Unterhose gilt als Zeichen der ehelichen Treue und Kontrolle von Lust (Kaam).

    Die 5 Glaubensartikel sind Ausdruck für die Verpflichtung zu den Sikh Prinzipien von Gottesliebe, Hingabe, Vertrauen in Guru und Gott (Shradda/Bhavana), Disziplin, Aufrechterhaltung der Rechtschaffenheit auf Erden, Ehre, Schutz, Gerechtigkeit und Menschenliebe. Der Khalsa Panth hat die Aufgabe, das Wertesystem der Sikh Religion für alle kommenden Zeiten zu schützen und aufrecht zu erhalten.

    Trinke Amrit, lebe für immer, erlange unbeschreibliche Freude, indem Du auf Gott meditierst.
    (SGGS, Ang 496)

    Siri Guru Granth Sahib

    Der Siri Guru Granth Sahib, ist die Offenbarung und Manifestation des Göttlichen Wortes - GURBANI, welches Satguru Nanak Dev und die Sikh Gurus in Ihrem göttlichen Bewusstsein von Gott empfingen und der Menschheit offenbart haben. Der Siri Guru Granth Sahib ist die Verkörperung der zehn Sikh Gurus. Das göttliche Licht von Akaal Purakh/Waheguru hat sich in den zehn Formen der Sikh Gurus manifestiert - One Jot in Ten forms. Die Sikh Gurus haben die Hymnen im Siri Guru Granth Sahib nicht mit Ihrem eigenen Namen unterschrieben, sondern mit dem Namen Nanak.*
    Dies bedeutet, dass das Eine göttliche Licht von Akaal Purakh/Waheguru - Gott selbst, sich in Form von Satguru Nanak Dev auf Erden manifestierte. Das göttliches Licht (Divine Light) von Satguru Nanak Dev Ji wurde auf Guru Angad Dev übertragen. Das göttliche Licht von Guru Angad Dev wurde auf Guru Amar Das übertragen. Dieser Prozess ging weiter bis zum zehnten Sikh Guru, Guru Gobind Singh, und vollendete sich im Siri Guru Granth Sahib. Guru Gobind Singh übergab im Jahr 1708 in Nanded die Guruschaft (Gurgadi) auf den Siri Guru Granth und ernannte ihn zum Nachfolger als "Ewig-lebenden Guru" der Sikhs.

    Der Siri Guru Granth stellt die höchste spirituelle Autorität im Sikh Glauben dar. Der Reine Shabad Guru ist JAAGDI JOT, das ewig-existierende Licht Gottes/Gurus in Form der Gurbani. Das zentrale Hauptthema im Siri Guru Granth Sahib ist die Vereinigung mit NAAM, der Existenz und Realität Gottes durch Waheguru Naam Rezitation/Meditation, die Überwindung der Maya, der temporären Scheinwelt und der Fünf Diebe (Panj Chor), um aus dem Kreislauf der Wiedergeburten zu gelangen und die Einheit mit dem wundervollen Schöpfer zu realisieren. Der Siri Guru Granth Sahib verkörpert SHANT RAS & PREM RAS, die Essenz von Frieden Liebe. Der Ewige Shabad Guru schenkt wahres Wissen über Gott und Seine Schöpfungsmechanismen. Der Reine Shabad Guru gibt praktische Hilfe, Führung und Segen für Seine Sikhs. Er leitet den menschlichen Geist an, wie sich die Individual Seele mit Gott - Akaal Purakh Waheguru vereinigen kann. Der Siri Guru Granth Sahib inspiriert Menschen aller Herkunft, ein auf Gott ausgerichtetes, rechtschaffendes Leben in Moral, Ethik, Mut, Stärke, Mitgefühl, Liebe und Hingabe im Willen Gottes zu führen.

    Ein grundlegender Aspekt des Siri Guru Granth Sahib ist Seine musikalische Poesie in Versform. Der Siri Guru Granth Sahib ist in 31 Haupt Raags 31 gemischte Ragas (Mishrat Raags) und 17 unterschiedlichen Taala strukturiert. Die Raags bilden die Grundlage für die musikalischen Kompositionen des Shabad Kirtan. Der Reine Shabad Guru beinhaltet sowohl die Verse und Hymnen der Sikh Gurus als auch Hymnen verschiedener Bhagats und Bhatts (Hindus, Muslime und Sufi Heilige), die von unterschiedlicher sozialer Herkunft und Glaubensgemeinschaften abstammten.

    Diese Heiligen waren im Einklang mit der Lehre der Sikh Gurus des Einen Universellen Schöpfergottes und in Einheit mit NAAM. Sie wurden mit in den Siri Guru Granth Sahib aufgenommen, als Ausdruck der universellen Brüderlichkeit und der ewig-gültigen transzendenten Botschaft Gottes.

    Siri Guru Granth Sahib lesen (PDF)
    Siri Guru Granth Sahib - Gurmukhi

    Der Siri Guru Granth Sahib hat 1430 Ang und offenbart sich in seiner Manifestation als:

    • Waho Waho Bani Nirankar Hai. (SGGS, Ang 515)
    • Pothi Parmesar Ka Thaan. (SGGS, Ang 1226)
    • Bani Guru, Guru Hai Bani. (SGGS, Ang 982)

    Charan saran gur aek paindaa jaa-chal
    Satgur kot paindaa aagay ho-i layt hai

    Walk even one step towards the Feet of the Guru
    And the True Guru will walk millions of steps to
    welcome You

    Gurudwara

    Das Gebetshaus der Sikhs wird in Gurmukhi als Guru-duara bezeichnet. Der Gurudwara oder Gurdwara ausgesprochen, ist das Tor zum Guru/zu Gott. Die Gurudwaras in Indien und weltweit dienen als Gebets- und Gemeindezentren der Sikhs. Sie sind offen für jeden Menschen, ungeachtet seiner Herkunft, Geschlecht und Religionszugehörigkeit. Hier wird auch das Guru ka Langar, das freie Gemeinschaftsessen an alle verteilt, die daran teilnehmen möchten. Die zwei Merkmale eines Gurudwaras sind Pangat und Sangat. Sangat stellt die Sikh Gemeinde dar und Pangat die öffentliche Gemeinschaftsküche. Das Guru ka Langar symbolisiert das Aufheben sozialer Unterschiede und demonstriert universelle Brüderlichkeit und Verbundenheit - durch den Einen transzendentalen Schöpfergott. Das Essen in einem Gurudwara ist rein vegetarisch und besteht aus Reis, Dal (Linsengericht), Gemüse, Roti (Fladenbrot) und Joghurt.

    Vor dem Betreten des Gurudwaras waschen sich die Besucher die Hände (optional die Füsse) und bedecken sich den Kopf mit einem Tuch oder Dastar (Turban). Zigaretten und andere Intoxikationen dürfen nicht mit in den Gurudwara gebracht werden. Unter Gurudwara Protokoll können Sie weitere Verhaltensregeln und den Ablauf eines Gottesdienstes in der Sikh Gmeinde nachlesen. In der Sikh Religion gibt es kein offizielles Priesteramt. Der Granthi  ist der zeremonielle Vorleser, Hüter und Beschützer des Siri Guru Granth Sahib in den Gurudwaras. Jeder Sikh, der den Siri Guru Granth Sahib lesen kann, hat die Möglichkeit den Gottesdienst zu leiten.


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